118 Milliarden Dollar – die kumulierten Verluste, die der U.S. Postal Service seit 2007 angehäuft hat – ist eine Zahl, die die meisten Politikmacher auswendig kennen. Was schwerer zu verarbeiten ist, ist das, was der USPS dem Kongress jetzt direkt mitteilt: Bei der aktuellen Entwicklung wird der Behörde innerhalb von 12 Monaten das Geld vollständig ausgehen.
Am 9. April 2026 kündigte der USPS die Aussetzung aller Beiträge zum Rentensystem der Bundesbediensteten (Federal Employees Retirement System, FERS) an. Gleichzeitig beantragte er bei der Postal Regulatory Commission eine Erhöhung des Preises einer First-Class-Forever-Briefmarke um 4 Cent, von 73 auf 77 Cent. Generalpostmeister Louis DeJoy sandte am selben Tag ein formelles Warnschreiben an die Führung des Kongresses, in dem er den Zeithorizont bis zur Zahlungsunfähigkeit explizit benannte.
Die finanzielle Lage ist ernst. Der Nettoverlust im Geschäftsjahr 2025 belief sich auf 9 Milliarden Dollar; im Geschäftsjahr 2024 betrugen die Verluste 9,5 Milliarden Dollar; das erste Quartal 2026 fügte weitere 1,3 Milliarden Dollar hinzu. Die Aussetzung der FERS-Beiträge soll bis zum 30. September 2026 rund 2,5 Milliarden Dollar einsparen – genug, um die kurzfristige Liquidität zu stabilisieren, nicht jedoch, um das grundlegende Umsatzproblem zu beheben. Das Postvolumen ist laut USPS-Jahresberichten von einem historischen Höchststand von 213 Milliarden Sendungen jährlich im Jahr 2006 auf heute rund 109 Milliarden gesunken – der niedrigste Stand seit den späten 1960er Jahren und weniger als die Hälfte des Spitzenvolumens.