Ukraine und Deutschland kündigten am 14. April 2026 ein gemeinsames Programm zur Herstellung kampferprobter Drohnen und moderner Verteidigungssysteme an. Beide Regierungen verpflichten sich damit erstmals seit Beginn der russischen Vollinvasion vor mehr als vier Jahren zur gemeinsamen Waffenproduktion innerhalb europäischer Grenzen.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umerov unterzeichneten das Rahmenabkommen am 14. April in Berlin und bezeichneten es als „ein neues Kapitel in der europäischen wehrindustriellen Zusammenarbeit". Das Programm umfasst FPV-Angriffsdrohnen, mittlere Aufklärungsdrohnen und Gegenmaßnahmen zur elektronischen Kriegsführung, die das ukrainische Militär in mehr als zwei Jahren aktiver Kampfhandlungen ausgiebig erprobt hat. Zu den deutschen Industriepartnern zählen voraussichtlich Rheinmetall sowie die Luft- und Raumfahrtsparte von Diehl Defence, die Komponenten in Deutschland fertigen sollen; die Endmontage und Softwarekalibrierung erfolgt in der Ukraine, um die Produktion frontnah zu halten.
Das Abkommen reagiert auf eine spezifische Schwachstelle, die ukrainische Verteidigungsplaner wiederholt benannt haben: die inländische Produktionskapazität für wichtige Drohnenkomponenten. Die Ukraine produziert derzeit Hunderttausende FPV-Drohnen pro Monat, doch Flugsteuerungen, hochauflösende Kameras und GPS-gehärtete Kommunikationsmodule werden größtenteils von Drittanbietern importiert. Diese Lieferketten sind anfällig für Änderungen bei Exportkontrollen, den Einfluss chinesischer Lieferanten und gezielte russische Sabotage. Europäisch bezogene Komponenten schließen den Großteil dieser Schwachstellen.