Das russische Außenministerium richtete am 16. April 2026 eine formelle Warnung an 10 europäische Nationen und drohte mit „unvorhersehbaren Konsequenzen", sollten sie weiterhin Drohnentechnologie an die Ukraine transferieren – die deutlichste Kreml-Drohung gegenüber europäischen Regierungen seit dem Ins-Stocken-Geraten der Frühjahrsoffensive im vergangenen Monat.
Die Erklärung nannte Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Polen, die Tschechische Republik, die Niederlande, Schweden, Finnland, Dänemark und Estland. Alle 10 haben laut dem Ukraine Support Tracker des Kiel Instituts für Weltwirtschaft vom April 2026 in den vergangenen 90 Tagen FPV-Drohnen, Drohnenkomponenten oder Ausrüstung zur elektronischen Kriegsführung an die ukrainischen Streitkräfte geliefert oder deren Lieferung zugesagt. Die Wahl des Zeitpunkts war bewusst: Russland gab die Warnung an demselben Tag heraus, an dem es den bisher größten einzelnen Luftangriff der Kriegsphase 2026 startete – 19 ballistische Raketen, 25 Marschflugkörper und 659 Schahed-Drohnen, die auf Kiew, Odessa und Dnipro zielten und mindestens 13 Zivilisten töteten.
Die strategische Logik ist eindeutig: Moskau will die Kosten der europäischen Drohnenunterstützung so weit in die Höhe treiben, dass zumindest einige Länder ihre Haltung überdenken. Die Umsetzung verläuft jedoch nicht nach Plan. Deutschland unterzeichnete am 14. April – zwei Tage vor der Warnung – ein gemeinsames Drohnenproduktionsabkommen mit der Ukraine, und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius wies Moskaus Erklärung innerhalb weniger Stunden zurück. „Drohungen ändern unsere Politik nicht", sagte Pistorius am 16. April in Berlin. Das polnische Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala bezeichnete die Warnung als „übereinstimmend mit einem Muster russischer Einschüchterungstaktiken, die das Verhalten der Verbündeten bisher nicht verändert haben".