Ural-Rohöl, das im russischen Ostseehafen Primorsk verladen wurde, wurde am 2. April 2026 für 116,05 Dollar pro Barrel verkauft – der höchste Preis für russisches Öl seit 13 Jahren und nahezu doppelt so hoch wie die 59 Dollar pro Barrel, die Russlands Finanzministerium beim Entwurf des Bundesbudgets 2026 angenommen hatte.
Die Zahl spiegelt eine geopolitische Umkehrung wider, die vor drei Monaten schwer vorherzusagen gewesen wäre. Im Dezember 2025 wurde Ural unter dem Gewicht erweiterter G7-Sanktionen unter 40 Dollar gehandelt. Dann starteten die Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar 2026 Militäroperationen gegen den Iran und sperrten die Straße von Hormuz effektiv für ein Fünftel des weltweiten Ölverkehrs. Russland, der zweitgrößte Rohölexporteur der Welt, füllte die Lücke – und sein Preis stieg entsprechend.
Die Zahlen im Überblick: Ladungen aus Noworossijsk, Russlands Exportterminal am Schwarzen Meer, erreichten im gleichen Zeitfenster am 2. April 114,45 Dollar pro Barrel, laut Preisdaten von OilPrice.com. Russlands gesamte Ölexporteinnahmen stiegen in den 28 Tagen bis zum 5. April auf 2,02 Milliarden Dollar pro Woche – der höchste Wochenwert seit Juni 2022, als die Sanktionen nach der Invasion noch nicht vollständig in Kraft getreten waren, laut der März-2026-Analyse des Centre for Research on Energy and Clean Air. Jede Erhöhung des Ural-Preises um 10 Dollar bringt Moskaus Bundeshaushalt rund 1,6 Milliarden Dollar zusätzliche monatliche Einnahmen, laut den öffentlich eingereichten Sensitivitätstabellen des russischen Finanzministeriums. Bei 116 Dollar pro Barrel – 57 Dollar über der Budgetannahme – impliziert dies einen jährlichen Windfall von nahezu 110 Milliarden Dollar, sofern die Preise stabil bleiben, ohne die von Ukraines anhaltenden Raffinerieangriffen betroffenen Produktionsmengen zu berücksichtigen.