Mehr als zwei Jahre nach Beginn seines umfassenden Krieges gegen die Ukraine hat Russland seine Staatsfinanzen nicht geschwächt – es hat sie vollständig auf den Krieg ausgerichtet. Neue Analysen zeigen, dass Moskau real mehr für sein Militär ausgibt als zu irgendeinem Zeitpunkt in der modernen russischen Geschichte.
Das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut veröffentlichte am 14. April 2026 eine Bewertung, die bestätigt, dass Russlands Bundeshaushalt 2026 40 % aller Staatsausgaben für Verteidigung und Sicherheit vorsieht – ein beispielloser Friedenszeit-Wert seit dem Ende der Sowjetära 1991. Das SIPRI beziffert Russlands geschätzte Militärausgaben 2026 kaufkraftbereinigt auf rund 145 Milliarden Dollar und macht das Land damit zum drittgrößten Militärausgeber der Welt – hinter den Vereinigten Staaten und China.
Der Kontext macht die Zahl noch eindrücklicher. Russlands nominales BIP betrug 2025 laut Weltbank 2,24 Billionen Dollar – deutlich weniger als das der USA (29 Billionen Dollar) oder Chinas (19 Billionen Dollar). Militärausgaben von 40 % des Bundeshaushalts entsprechen etwa 10 % des BIP – dem Fünffachen des von der NATO empfohlenen Mindestwertes von 2 %. Der Kreml finanziert dies durch eine Kombination aus Petrodollar-Einnahmen, einer Kriegssteuer auf private Unternehmen und Entnahmen aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds – Russlands Staatsfonds. Der NWF ist laut Angaben des russischen Finanzministeriums von 182 Milliarden Dollar im Februar 2022 auf heute rund 70 Milliarden Dollar gesunken.