Als „The Brutalist" seinen siebten Oscar des Abends gewann – ein Rekord für einen einzelnen Film seit „Everything Everywhere All at Once" 2023 – hatte das Publikum im Dolby Theatre aufgehört, so zu tun, als wäre es überrascht. Brady Corbets dreieinhalb Stunden langes Historienepos über László Tóth, einen fiktiven ungarisch-jüdischen Architekten, der sein Leben im Nachkriegs-Pennsylvania neu aufbaut, fegte durch die Zeremonie auf eine Weise, die sich zugleich unvermeidlich anfühlte und trotzdem – live erlebt – irgendwie aufregend blieb. Der Film gewann Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Nebendarstellerin, Beste Kamera, Bester Schnitt und Beste Originalmusik.
Adrien Brody, 52, gewann seinen zweiten Oscar als Bester Hauptdarsteller – an sich schon eine Seltenheit, womit er sich nur Spencer Tracy, Fredric March, Gary Cooper, Marlon Brando, Jack Nicholson, Tom Hanks und Daniel Day-Lewis in dieser Kategorie anschließt. Seinen ersten Sieg errang er 2003 für „Der Pianist". Die 23 Jahre zwischen den beiden Siegen sind die längste Spanne in der Geschichte der Academy. Seine Rede dauerte vier Minuten und zweiundvierzig Sekunden, verwies auf sein ungarisch-jüdisches Erbe und erwähnte seine Mutter, die Fotografin Sylvia Plachy, dreimal namentlich. Sie wirkte kein bisschen zu lang.
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