Ticketkäufer wussten es seit Jahren. Am 16. April 2026 machte es eine Bundesjury in Manhattan offiziell: Live Nation Entertainment und seine Tochtergesellschaft Ticketmaster haben als illegales Monopol operiert und Verbraucher für Tickets bei Live-Veranstaltungen systematisch überhöhte Preise zahlen lassen.
Das Urteil, das im Southern District of New York nach einem sechswöchigen Prozess verkündet wurde, stellt fest, dass Live Nation gegen den Sherman Antitrust Act verstoßen hat, indem das Unternehmen seine gleichzeitige Vorherrschaft über Konzertveranstaltungsorte, Ticketing-Plattformen und Künstlermanagement nutzte, um Konkurrenten auszusperren und Fans, die keine realistische Alternative hatten, überhöhte Gebühren zu berechnen. Die Jury befand außerdem, dass die exklusiven Verträge von Ticketmaster mit Veranstaltungsorten – die seit mehr als einem Jahrzehnt im Fokus kartellrechtlicher Ermittlungen standen – wettbewerbswidrige Praktiken darstellten, die Verbraucher „erheblich geschädigt" haben.
Das Urteil krönt eine rechtliche Auseinandersetzung, die im Mai 2024 deutlich an Fahrt aufnahm, als das Justizministerium gemeinsam mit 30 Staatsanwälten Klage im Eastern District of Virginia einreichte und behauptete, Live Nation habe seine strukturelle Marktposition missbraucht. Live Nation kontrolliert rund 265 Veranstaltungsorte in Nordamerika, managt über 500 Künstler durch seine Label-, Roc Nation- und Vector Management-Partnerschaften und verarbeitet jährlich mehr als 620 Millionen Tickets über Ticketmaster – eine Kombination aus Größe und Integration, die es Fans nach Ansicht der Kläger praktisch unmöglich machte, das Unternehmen zu umgehen, egal welche Veranstaltung sie besuchen wollten.