Der letzte kommerzielle Tanker mit Kerosin passierte die Straße von Hormus am 28. Februar 2026 — demselben Tag, an dem die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran begannen. Bis zum 17. April ist diese Lieferkette unterbrochen, und die Luftfahrtindustrie sieht sich einer Kostenkrise gegenüber, für die es keine kurzfristige Lösung gibt.
Die Kerosinpreise in den USA sind seit Kriegsbeginn um 95 % gestiegen, wie aus dem Wochenbericht der U.S. Energy Information Administration vom 14. April hervorgeht — der größte Kraftstoffpreisschock, den die Luftfahrtbranche seit September 2001 verkraften musste. Das Nordsee-Flugkerosin, der Referenzpreis für europäische Airlines, notiert bei rund 3,80 Dollar pro Gallone, gegenüber 1,94 Dollar am 27. Februar 2026. Die Differenz zwischen diesen Zahlen entscheidet darüber, ob eine profitable Sommersaison oder ein strukturell verlustreicher Betrieb auf Fluggesellschaften wartet, die keine Absicherung vorgenommen haben.
**Die Zahlen im Überblick**
“Ryanair-CEO Michael O'Leary erklärte am 15.”
Ryanair-CEO Michael O'Leary erklärte am 15. April 2026, dass das Unternehmen Szenarien durchrechne, in denen 5 bis 10 % des Sommerflugplans gestrichen werden müssten, sollte die Hormus-Störung bis in den Mai andauern. Ryanair betreibt in der Sommerhochsaison rund 3.500 Flüge täglich; eine Kürzung um 10 % würde 350 tägliche Abflüge streichen und etwa 63.000 Passagiere betreffen. Delta Air Lines gab separat in einer SEC-Meldung vom 14. April bekannt, dass die Treibstoffkosten für Q2 2026 um 2,1 Milliarden Dollar über dem ursprünglichen Quartalsbudget liegen — eine Zahl, die eine Überprüfung unrentabler Routen über den Atlantik und Pazifik erzwingt. American Airlines teilte am 14. April mit, 45 % seines Q2-Treibstoffbedarfs zu Vorkriegspreisen abgesichert zu haben, was einen teilweisen, aber unzureichenden Schutz bietet; die verbleibenden 55 % sind dem Spotmarkt ausgesetzt, wo die Preise an den großen US-Drehkreuzen derzeit bei rund 3,10 Dollar pro Gallone liegen.