Eine ukrainische Seedrohne traf am Mittwoch einen russischen Öltanker der Schattenflotte im Schwarzen Meer und versetzte Moskaus wichtigster verbliebener Einnahmequelle einen erheblichen Schlag. Der ukrainische Militärgeheimdienst bestätigte den Angriff und erklärte, das Schiff – von maritimen Tracking-Diensten als unter kamerunischer Billigflagge fahrend identifiziert – habe rund 140.000 Tonnen Rohöl für chinesische Häfen geladen gehabt, als es rund 80 Seemeilen südlich von Sewastopol getroffen wurde. Die Drohne beschädigte die Brückenstruktur, den Maschinenraum und das Vorderdeck des Tankers, sodass die Besatzung einen Notruf absetzen musste. Ein bulgarisches Küstenwachschiff erreichte den Havarieort; Todesopfer unter der Besatzung wurden nicht gemeldet.
Der Angriff ist wirtschaftlich ebenso bedeutsam wie militärisch. Russlands Schattenflotte – eine Sammlung alternder Tanker unter Billigflaggen, die von nicht-westlichen Versicherern abgesichert werden – wurde nach den westlichen Sanktionen infolge der Invasion 2022 zu Moskaus wichtigstem Ölexportmechanismus. Die Ukraine greift diese Flotte seit Mitte 2025 systematisch mit Seedrohnen an, und der Mittwochsangriff ist der schadensträchtigste Einzeltreffer seit der Außergechtssetzung eines Tankers in der Nähe der Straße von Kertsch im November. Zusammen mit ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Ölraffinerien und der teilweisen Unterbrechung der durch ukrainisches Territorium verlaufenden Druschba-Pipeline schätzen Analysten, dass rund 40 Prozent der russischen Ölexportkapazität nun ausgefallen oder stark beeinträchtigt sind.