Die Straße von Hormuz ist an ihrer engsten Stelle 34 Kilometer breit. Durch diese Lücke fließen rund 20 Prozent der weltweiten Erdölflüssigkeiten – etwa 21 Millionen Barrel pro Tag – sowie ein bedeutender Anteil der globalen Flüssigerdgaslieferungen. Seit US-amerikanische und israelische Streitkräfte am 28. Februar Angriffe auf iranische Nuklear- und Militäranlagen gestartet haben, nutzt der Iran die Meerenge als Druckmittel: Er greift Schiffe an, die versuchen, die Durchfahrt zu passieren, und hat den kommerziellen Schiffsverkehr durch das Gewässer praktisch auf null reduziert. Die wirtschaftlichen Folgen werden erst jetzt in vollem Ausmaß sichtbar.
Das Preissignal war eindeutig: Brent-Rohöl, der internationale Referenzpreis, stieg von 72 Dollar pro Barrel unmittelbar vor Kriegsbeginn auf 118 Dollar in der vergangenen Woche – ein Anstieg von 64 Prozent in weniger als vier Wochen. Die partielle Erholungsrally am Montag – ausgelöst durch Trumps fünftägigen Aufschub der angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke – drückte den Ölpreis wieder auf rund 100 Dollar. Das sind immer noch 28 Dollar über dem Vorkriegspreis, und Analysten von Goldman Sachs und JPMorgan warnten am Montag, dass 100 Dollar keine Untergrenze darstellen, falls die Meerenge funktional geschlossen bleibt.