- Wie viel kosteten ukrainische Drohnenangriffe Russlands Ölsektor im März 2026?
- Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 20. April 2026, dass Russlands Ölindustrie im März infolge weitreichender ukrainischer Drohnenangriffe mindestens 2,3 Milliarden Dollar verloren habe. Reuters bezeichnete die Unterbrechung als die gravierendste Ölversorgungsstörung in der modernen russischen Geschichte, wobei auf dem Höhepunkt der Auswirkungen etwa 40 Prozent von Russlands Exportkapazität lahmgelegt wurden.
- Welche russischen Ölanlagen wurden ins Visier genommen?
- Die Hauptziele waren die baltischen Exportterminals Primorsk und Ust-Luga – Russlands zwei größte Rohölverladeanlagen – sowie die Raffinerie Nischni Nowgorod (Russlands viertgrößte), die Tuapse-Raffinerie in der Region Krasnodar und Lagerstätten in den Oblasten Leningrad, Jaroslawl und Nischni Nowgorod. Einige ukrainische Drohnen erreichten Ziele 1.500 Kilometer tief im russischen Territorium.
- Wie abhängig ist Russlands Kriegshaushalt von Ölexporten?
- Der Weltwirtschaftsausblick des IWF vom April 2026 schätzt, dass Ölexporteinnahmen rund 30 Prozent des russischen Bundeshaushalts finanzieren. Hochgerechnet auf den Verlust von 2,3 Milliarden Dollar im März entspräche die Kampagne einem annualisierten Kostenbetrag von etwa 27,6 Milliarden Dollar – nahezu Russlands gesamten jährlichen Ölexportzolleinnahmen in einem normalen Jahr. Das Haushaltsdefizit des russischen Bundes erreichte im ersten Quartal 2026 2,1 Billionen Rubel, rund 40 Prozent über der Januarprognose.
- Kann Russland Ölexporte umleiten, um die Verluste auszugleichen?
- Russland hat Rohöl in Richtung China, Indien und Türkei umgeleitet, die im ersten Quartal 2026 laut Kpler-Tankerverfolgungsdaten 72 Prozent des russischen Öls absorbierten. Die beschädigten baltischen Terminals sind jedoch die primären Verladepunkte für diese Exportrouten, was die Umleitung von Volumen ohne Wiederherstellung der beschädigten Infrastruktur einschränkt. Helima Croft von RBC Capital Markets merkte am 19. April an, dass Russland versuche, die Hafenverteidigung zu verstärken, bislang mit begrenztem Erfolg.