Ein Geschworenengericht im Santa-Clara-County fällte am Dienstag ein wegweisendes Urteil und befand Meta Platforms sowie Googles YouTube für schuldig, suchtfördernde Funktionen fahrlässig gestaltet zu haben, die einer nur als Kaley bekannten minderjährigen Klägerin geschadet haben – das erste Mal, dass eine Jury in einem Prozess zu diesem Schluss gelangt ist. Die Entscheidung könnte die rechtliche Landschaft für Social-Media-Unternehmen grundlegend verändern. Das Gericht sprach insgesamt 6 Millionen Dollar Schadensersatz zu: 3 Millionen als Ausgleichsschadensersatz und 3 Millionen als Strafschadensersatz, wobei Meta 70 Prozent der Schuld und YouTube 30 Prozent zugewiesen wurden. Beide Unternehmen kündigten umgehend Berufung an.
Der Fall ist in seinen Fakten eng gefasst, aber in seinen Implikationen weitreichend. Laut Zeugenaussagen ihrer Eltern begann Kaley YouTube im Alter von 6 Jahren und Instagram mit 11 Jahren zu nutzen. Mit 14 war sie bereits zweimal wegen selbstverletzendem Verhalten hospitalisiert worden, das ihre Therapeuten zum Teil auf Inhalte und Engagement-Muster zurückführten, denen sie auf beiden Plattformen begegnet war. Die Anwälte der Klägerin argumentierten, dass Meta und YouTube Empfehlungsalgorithmen, Benachrichtigungssysteme und Endlosscroll-Funktionen gezielt darauf ausgelegt hatten, die Nutzungszeit junger Nutzer zu maximieren – und dass sie aus eigener interner Forschung wussten, dass dieses Design messbaren psychologischen Schaden verursacht.